DMS AI Assistant

Luota Blog.

KI-Abfragen in Treuhand-DMS-Systemen?

In Zusam­men­ar­beit mit der Univer­sität Zürich haben wir eine sehr spannende Studie durch­ge­führt. Die Resultate sind von rele­vantem Wert für deine Arbeit als Treuhänder:in. Wir sagen nur: RAG’n’Roll!

Du als Treuhänder:in besitzt mit allen klas­si­fi­zierten Daten, die im DMS-System abgelegt sind, einen enormen Schatz an wert­vollen Infor­ma­tionen. Aus diesen Daten kann mit heutigen KI-Modellen einfach Wissen extra­hiert werden. 

Über die letzten sechs Monate hat unser Mitar­beiter Christof Steiner viel Herzblut inves­tiert, um genau solche Abfragen auf daten­schutz­kon­forme und kosten­ef­fi­zi­ente Weise in M‑Files zu ermög­li­chen. An dieser Stelle auch ein riesiges Danke­schön an die betei­ligten Treu­hand­un­ter­nehmen, die durch das Bereit­stellen einer grossen Menge an Trai­nings­daten einen sehr rele­vanten Beitrag zur Studi­en­ar­beit geleistet haben. Die Univer­sität Zürich hat eine sehr zentrale Rolle mit den essen­zi­ellen, fach­li­chen Inputs einge­nommen. 

Und wie funk­tio­niert die KI nun? 

Schon mal was von RAG (Retrieval-Augmented Gene­ra­tion) gehört? Nein? Wir erklären es dir so einfach wie möglich: 

Selbst grosse KI-Modelle wie GPT‑4 haben ein gemein­sames grosses Problem: Es können nicht einfach tausende Dokumente an die KI über­mit­telt werden, da nur begrenzte Kontext­fenster (z. B. 128k Token, was etwa 300 Seiten Text entspricht) zur Verfügung stehen. 

Soweit so gut. Und nun brauchen wir genau für diese Proble­matik eine Lösung. Achtung, jetzt wird es etwas komplexer. Daher haben wir diese Arbeit den Profis und sehr cleveren Leuten der Univer­sität Zürich über­lassen. 😊 

  • Norma­ler­weise wird die gesamte Doku­menten-Datenbank extra­hiert und indexiert, abge­stimmt auf ein spezi­fi­sches KI-Modell (z. B. ChatGPT-4o). Die dafür nötige Rechen­leis­tung ist wirklich enorm! Die initiale Inde­xie­rung kann Tage oder Wochen bean­spru­chen. 
  • Mit der RAG-Methode wird, sobald eine Frage gestellt wird, im Index zuerst nach den zur Frage passenden Text­stü­cken gesucht. 
  • Diese Text­stücke werden dem KI-Modell nun als Kontext bereit­ge­stellt. So muss das Modell nicht alle Dokumente kennen. 
  • Das Sprach­mo­dell formu­liert auf Basis des gelie­ferten Kontexts eine präzise und sprach­lich hoch­wer­tige Antwort. 

 

In der Studie (wir nennen es Proof-of-Concept) konnten wir mit konkreten Treuhand-Daten Folgendes erar­beiten: 

Die an der Studie betei­ligten Treu­hand­un­ter­nehmen waren von der Qualität absolut begeis­tert, weil sie wirk­li­chen Mehrwert im Treu­hand­alltag sehen, wie: B.: 

  • Auto­ma­ti­sierte Auswer­tung von Konto­blät­tern 
  • Erstel­lung von Peri­oden­ver­glei­chen 
  • Miet­kosten von verschie­denen Immo­bi­lien in Sekun­den­schnelle korrekt iden­ti­fi­zieren 
Weitere Erkennt­nisse: 
  • In den Tests hat die KI keine einzige falsche Antwort geliefert. 
  • Die Quel­len­an­gaben (Dokumente aus M‑Files) stärkten das Vertrauen in die Antworten enorm. 
  • Die Wartezeit auf Antworten wurde als gut empfunden. 
  • Zugriffs­rechte können im System korrekt hinter­legt  werden – besonders wichtig, wenn die Funktion auch auf dem Treuhand Kunden­portal zur Verfügung gestellt wird. Kunde A soll keine Antworten zu Doku­menten von Kunde B erhalten. 
  • Die besten KI-Modelle sind zurzeit leider nicht in Schweizer Rechen­zen­tren verfügbar, jedoch in DSGVO-konformen Zentren in der EU. 
  • Die Anmietung der nötigen Cloud-Ressourcen (GPUs) für die Inde­xie­rung gestaltet sich aktuell noch schwie­riger als gedacht. In Gesprä­chen mit Microsoft konnten jedoch bezahl­bare Möglich­keiten in Schweizer Rechen­zen­tren iden­ti­fi­ziert werden. Fazit: Für KMUs ist es aktuell eher komplex, an die nötigen KI-fähigen und gleich­zeitig bezahl­baren Cloud-Ressourcen zu kommen –wegen hoher minimalen Abnah­me­mengen
Ergebnisse der qualitativen Auswertung

Meist­ge­nannter Wunsch für zukünf­tige Versionen: Antworten direkt in MS Word- oder Excel-Dateien abfüllen und ausgeben.

Meist­ge­nannte Bedenken: Nicht jeder beherrscht das Prompten einer KI. Wenn die Frage schlecht gestellt wird, liefert die KI weniger relevante Antworten. Das Team muss sich diesen Skill zuerst aneignen. Das mussten wir auch beim «googeln» tun.

Beispiele für Fragen an die KI

Und wie geht es nun weiter?

In der engen Studi­en­zu­sam­men­ar­beit mit Treu­hän­dern könnten wir nach­weisen, dass der Nutzen für Treu­händer wirklich hoch und relevant ist. Die Schweizer Daten­schutz­be­stim­mungen werden einge­halten und die Qualität der Wartezeit und Antworten hat überzeugt.

Daher haben wir die Segel gesetzt, die Funktion direkt in das DMS M‑Files zu inte­grieren und unseren Treu­hand­kunden künftig kosten­ef­fi­zient anzu­bieten. Unser Fahrplan sieht vor, dass wir Ende Q4 2025 so weit sind, die neue KI-Welt für unsere Kunden zu öffnen.

Damit ist unser Endziel jedoch noch lange nicht erreicht – Auto­ma­ti­sieren statt Digi­ta­li­sieren.

Gratu­la­tion unserem AI Wizard Christof Steiner für diesen hervor­ra­genden tech­ni­schen Output!